Geschichte

Seit über 20 Jahren engagiert

Die Stiftung Pro Diamantina mit Sitz in Remetschwil/AG wurde 1994 von Irène und Beni Bislin gegründet. Sie ist schweizweit als gemeinnützige Institution anerkannt und der Aufsicht des Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) unterstellt. Spenden können von den Steuern abgezogen werden.

Wie alles begann

Irene und Bernhard Bislin über ihre Aktivitäten in Brasilien

Als junge Familie verbrachten wir bereits 6 Jahre in Brasilien, damals handelte es sich um eine berufliche Tätigkeit im Zusammenhang mit einem Kraftwerkbau am Rio Grande do Norte. Nach der Pensionierung war es für uns naheliegend, in dieses Land zurückzukehren. Wir kannten die Problematik der armen Bevölkerung und dachten, unsere Lebenserfahrung irgendwo nützlich anbringen zu können. Die Gelegenheit dazu ergab sich dann 1993, als wir in Diamantina, in den Bergen von Minas Gerais, eine Tagesschule für Mädchen aus der untersten Sozialschicht gründeten, aufbauten und während 8 Jahren führten. Der Anfang war nicht einfach, konnten wir doch gar nichts vorzeigen. Es brauchte von Seiten der Eltern erst mal eine gewisse Ueberwindung, was in verschiedener Hinsicht auch verständlich war. Mit 7 Mädchen begannen wir bei uns Zuhause unsere Arbeit – so entstand das Tagesheim Vila Educacional de Meninas – VEM. Bald waren es 12, dann 24 Mädchen, und je nach hinzu gebauter Infrastruktur wurden es jedes Jahr mehr, heute sind es deren 80. Sieben- bis Achtzehnjährige erhalten an der VEM, nebst Ernährung und Kleidung, eine ausserschulische Erziehung: Zuwendung, Nachhilfeunterricht in schulischen Fächern, handwerklichen und hauswirtschaftlichen Unterricht und, wo erforderlich, therapeutische Begleitung und Unterstützung. Es sind allesamt schwierige Mädchen aus den Armutsvierteln, die hier das nötige Rüstzeug erhalten, um im zukünftigen Leben zurecht zu kommen.

Einheimische Frauen vom Nachbardorf Serro haben sich für unsere Arbeit interessiert, weil auch dort die Not der Kinder gross ist. So haben wir geholfen, in Serro ein ähnliches Projekt aufzubauen, jedoch für Mädchen und Knaben: in der CEDIA werden 50 Kinder betreut. Ziele und Erziehungsmethoden entsprechen weitgehend denjenigen des Mädchenheimes in Diamantina.

Im vor wenigen Jahren gegründeten Behindertenheim APAE, ebenfalls in Diamantina, setzt sich unsere Stiftung dafür ein, dass die Aermsten der Armen therapeutische Begleitung und Behandlung erfahren. Hier ist die Not besonders gross. Auf kleinstem Raum werden mehr als 100 Kinder, Jugendliche und Kind gebliebene Erwachsene, körperlich und meist auch geistig Behinderte betreut.

Alle drei Projekte stehen heute unter engagierter und kompetenter einheimischer Leitung und sind auch in Brasilien als gemeinnützige Hilfswerke anerkannt. Budget und Jahresrechnung gehen selbstverstöndlich ebenfalls an unsere Stiftung PRO DIAMANTINA. Diese Stiftung gründeten wir 1994 an unserem ehemaligen Wohnort Remetschwil; sie ist als philanthropisches Werk anerkannt und untersteht der Kontrolle des EDI in Bern. Spenden können schweizweit in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Die administrativen Kosten der Stiftung mit 1,9% sind minimal, sodass Spenden praktisch vollumfänglich den Projekten in Brasilien zugute kommen.

Mit Freiwilligenarbeit, örtlichen Patenschaften und handwerklichen Erzeugnissen, die jeweilen auf dem Wochenmarkt in Diamantina und Serro zum Kauf angeboten werden, erwirtschaften die Projekte bescheidene Einnahmen. Auch wenn mit grossem Einsatz gearbeitet wird, können Schulen und Heime nie selbsttragend sein. Unsere Projekte sind auf Spenden dringend angewiesen und dankbar für jede Unterstützung!

Baden, Oktober 2010